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Reinhart Mazur's Reisefahrzeuge
![]() Landrover 88 Series IIa |
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![]() LandCruiser FJ55 |
![]() LandCruiser BJ45 |
![]() LandCruiser BJ75 (no.1) |
![]() LandCruiser BJ75 (no.2) |
![]() LandCruiser HZJ75 |
![]() LandCruiser HZJ78 |
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War es am Anfang nur der Wunsch, ohne Rücksicht auf rationale Entscheidungskriterien, eines jener urigen Geländefahrzeuge von der Art eines Jeeps oder Land Rovers zu besitzen und mit diesem die Wüste zu erkunden, so kristallisierten sich nach und nach jene Grundforderungen heraus, deren Erfüllung im Hinblick auf ein sicheres und möglichst bequemes Reisen in der Sahara und Afrika unabdingbar sind:
Diesem Forderungskatalog entspricht am besten der Toyota LandCruiser HZJ75
('Troop Carrier'), bzw. das Nachfolgemodell HZJ78.
Nachfolgend eine Bewertung der von uns gefahrenen geländegängigen Reisefahrzeuge:
Unser erstes Geländefahrzeug. Es hat uns auf drei Reisen nie im Stich gelassen, sieht man von einem in einer Panzerzündspule abgebrochenen und steckengebliebenen Zündschlüssel ab, von unzähligen gebrochenen Federn, einer defekten Wasserpumpe und einem defekten Getriebe. Immerhin haben wir es stets aus eigener Kraft nach Hause geschafft. Erst dort gab es dann die großen, kostspieligen Probleme: Motor, Differential, Steckachsen, Simmeringe. Kurz - es gab kein Bauteil, das in den 3 Jahren, die wir den Landy besaßen, nicht repariert werden mußte. Nach einer Generalüberholung wurde es dann guten Gewissens verkauft. Wir waren viele Sorgen los, aber auch ebensoviel Geld. Was wir mit dem Kauf des Landys nicht ahnen konnten war, daß dadurch unser gesamtes Leben bis zum heutigen Tag auf die Wüste hin und auf Reisen in die Sahara, nach Afrika, Arabien und Zentralasien ausgerichtet wurde. Vom Konzept her war der 88er für größere Touren kaum geeignet. Er konnte zwar 12 Benzinkanister schleppen, dazu noch 80 Liter Wasser, Essensvorräte, Ersatzteile und Campingsachen, und: dank einer ausgeklügelten Mechanik gab es sogar eine durchgehende, ausreichend grosse Liegefläche von der Hecktüre bis zur Windschutzscheibe. Doch unter all der Last mußten die schwächlichen Federn einfach zusammenbrechen. Zum Glück bekam man sogar neue Federblätter überall in Afrika! Auf einen langen 109er umzusteigen kam uns nicht in den Sinn, da der kleine 88er schon brutal genug zu fahren war und wir ein kleineres Fahrzeug benötigten, um allabendlich eine Parklücke im Münchner Großstadtdschungel finden zu können. zum Seitenanfang
Eigentlich sollte unser zweites Geländefahrzeug ein Dieselauto werden. Außer Land Rover mit schwächlichem Diesel wurde am Markt nichts angeboten. So entschlossen wir uns für einen Toyota mit bärenstarkem 6-Zylinder Benzinmotor und bulligem Aussehen. Wir wunderten uns über den filigranen Getriebeblock, auch darüber, daß Steckachsenbrüche bei Toyota absolut unbekannt waren und daß wir auch bei Regen keine Tropfen abbekamen. Die vier Türen waren für unsere Zwecke kaum von Vorteil, sie komplizierten eher den Einbau der Reiseeinbauten. Ein Dachgepäckträger mußte her. Dieser wurde besonders stabil konstruiert, was zur Folge hatte, daß er den natürlichen Verwindungen des Karosseriekörpers bei schweren Pistenfahrten nicht folgen konnte und die Dachrinne allmählich über die halbe Fahrzeuglänge in Stücke riss...Ein selbstgebautes Bullgard wurde schon hinter Tamanrasset wieder abgebaut, da die durch die Wellblechpisten verursachten und durch das Bullgard übertragenen Vibrationen den Kühler zu beschädigen drohten. Als besondere Überraschung an diesem Fahrzeugtyp stellte sich heraus, daß der Schlauch der Tankentlüftung nicht weit genug nach oben geführt wurde, was zur Folge hatte, daß sich bei vollem Tank und Schräglage des Fahrzeugs ein Benzinstrahl direkt auf den heißen Auspuff ergoß. Ein anderes Problem war die Dampfblasenbildung in den Treibstoffleitungen im Motorraum, was sich bei sommerlichem Großstadtverkehr sehr ungünstig auswirkte. Im Winter gab es dafür andere Probleme: Die standardmäßige Serienbereifung (Dunlop Road Trak Major LT, 7.50x16) hatte wahrhaft kriminelle Fahreigenschaften. Die Diagonalreifen benötigten nicht nur 10 km, bis sie rund gelaufen waren, Nässeverhalten und Bremseigenschaften waren einfach katastrophal! Die Katastrophe erwischte dieses Auto, als es bei Schneeglätte fast in den Starnberger See schlitterte, was nur dadurch verhindert wurde, daß es vorher an einem Baum zerschellte. Damit war es uns unfreiwillig gelungen, das Problem des enormen Benzinverbrauches zu lösen. In der Wüste aber war dieses Auto unschlagbar: Da staunten die armen Algerier nicht schlecht, als wir vom Westen her den Erg Admer in einem Zug in der Diretissima hinauffuhren, während sie sich zuvor mit ihren elenden Land Rovern in Serpentinen (!) hinaufquälten. zum Seitenanfang
Nach vier Touren ließ uns die Sahara nicht mehr los. Ein neues Auto war fällig. Der BJ45 sah zwar ziemlich skurril aus mit seiner Überlänge, er kam unseren Vorstellungen von einem idealen Reisefahrzeug aber schon sehr nahe: sparsamer Dieselmotor, großes, gut ausbaubares Inneres, keine Notwendigkeit eines Dachgepäckträgers mehr, auch bei langen Reisen, und dennoch extremer Aktionsradius. Das Auto war zweckmäßig, spartanisch und hatte - wie ein Land Rover - Charakter. Es war robust und zuverlässig, sieht man von den üblichen Federbrüchen bedingt durch Überladung und fahrerische Unachtsamkeiten, einmal ab. Als anfällig erwies sich der 3B-Motor. Überhitzungen bei langen Weichsandstrecken führten zu Problemen mit dem Zylinderkopf: die Zylinderkopfdichtung wies nicht die übliche Toyota-Qualität auf, Risse in den Einspritzkammern hatten kostspielige Reparaturen zur Folge. Wegen eines defekten (mechanischen) Reglers wurden die beiden Batterien überladen und gaben schlagartig zur gleichen Zeit ihren Geist auf. An ein Anlassen des Motors war dann nicht mehr zu denken... Vor Freunden konnte ich später nachweisen, daß es sehr wohl möglich ist, den 3B-Motor über ein freies Hinterrad (das andere bleibt am Boden) bei eingelegtem Gang per Abschleppgurt anzuwerfen. Wichtig dabei: die Einspritzpumpe muß auf Stellung 'Start' stehen! Mit diesem Fahrzeug machten wir die schönsten Touren, deren Höhepunkt die Gilf Kebir-Fahrt 1983/84 war. Leider hatte der BJ45 einen ganz großen Fehler, der mir erst auffiel, als es schon zu spät war: er rostete und rostete. Auslöser waren die Schweißpunkte am Rande der Radkästen. Auch das Blechmaterial muß von einer ganz besonders miesen Qualität gewesen sein. So mußte ich mich tränenden Auges von diesem liebgewonnenen Auto trennen und es zum Verkauf bringen. zum Seitenanfang
Liest man heute die ersten Rezensionen, die über dieses Fahrzeug erschienen (Tours 3/85 und, ausführlicher, Tours 4/85), so wird klar, daß man dem nun stark begehrten 75er, bzw. 78er, bei seinem Erscheinen vor 17 Jahren noch ziemlich skeptisch gegenüber stand, hatte man ja den bewährten BJ45 gerade erst schätzen gelernt. Mein BJ75 war das erste in Deutschland zugelassene Fahrzeug dieses Typs und viele hunderte sollten ihm im Laufe der Jahre folgen. Der Grund: dieses Fahrzeug erfüllt nun schon fast in idealer Weise die oben geschilderten Anforderungen an ein Wüsten- und Reisefahrzeug. Dabei ist klar zu sagen, daß es sich beim BJ75 eben nicht um einen Dünenhopper handelt (da gibt es viel geeignetere Fahrzeuge). Nein, es handelt sich bei diesem Auto um ein nahezu perfektes Fernreisefahrzeug, das vorzugsweise in der Sahara und Afrika zum Einsatz gelangt. Im Sand tut es sich etwas schwer, was in erster Linie durch die riesigen, tief nach unten hängenden Blattfederpakete und die im Sand damit verbundene Bodenankerwirkung bedingt ist. Mit großen Reifen und normaler Beladung ist der BJ75 dennoch, trotz relativ bescheidenem 90-PS-Saugdieselmotor, jeder Herausforderung, auch in den Dünen, gewachsen. Natürlich fühlt er sich auf Marathonstrecken wohler. Er ist extrem zuverlässig und robust, nur hintere Federlagen sollte man als Ersatzteil immer dabeihaben. Mit höherem Alter gibt es Undichtheiten an den Differentialsimmeringen. Bei weitem unangenehmer ist da schon eine fast nicht in den Griff zu bekommende Undichtheit des Getriebeblocks sowie eine Undichheit zwischen Haupt- und Reduziergetriebe. Für letzteres Problem haben engagierte Toyota-Ausrüster aber eine einfache Lösung parat. Mit diesem BJ75 haben wir vier ausgedehnte Reisen durch die entlegensten Gebiete der Sahara unternommen, nur einmal in Begleitung eines Freundes. Nie gab es irgendeine technische Panne oder gar ein Problem. Und es hätten noch viele Reisen mehr werden sollen. Doch leider verglühte dieses Auto in der Tiefgarage unserer Wohnanlage, als ein anderes Fahrzeug nächtens in Brand geriet. So mußten wir uns, nach sorgfältiger Restauration, auch von diesem treuen Auto vorzeitig trennen. zum Seitenanfang
Nach dem Feuer in der Tiefgarage mußte eiligst ein neuer BJ75 beschafft werden. Erstens, weil wir die dort verbliebene Einrichtung unbeschädigt retten und im neuen Fahrzeug gleichen Typs wiederverwenden konnten und zweitens, weil ohnehin kein anderes Fahrzeug in Frage kommen konnte. In Tag- und Nachtschichten wurde, neben der anspruchsvollen Berufstätigkeit, der neue, pünktlich gelieferte Toyota ausgerüstet und für die kurz bevorstehende Tour hergerichtet. Dazu gehörten auch angebliche Superfedern aus Australien, nicht die heute üblichen OME, sondern 'Ultimate Suspension'. Der seit 1985 betriebene SATNAV-Satelliten-Navigationsempfänger wurde ausrangiert und ein Garmin GPS 120 trat an seine Stelle. Die VDO-Fluxgate-Anlage wurde jedoch als Stand-by übernommen. Damit ähnelte dieser zweite BJ75 seinem älteren Bruder fast wie ein Ei dem anderen. Die erste Reise mit diesem LandCruiser verlief nicht sehr rühmlich, verständlich, war es doch auch unsere 13. Saharafahrt. Statt über den Uwainat El Fasher im Sudan zu erreichen, landeten wir nach einigen Abenteuern in der Rebiana Sandsee schließlich am Weihnachtsabend 1989 aus unerfindlichen Gründen im Geheimdienstgefängnis von Sebha. Dafür waren die folgenden 6 Reisen in alle denkbaren Winkel der geliebten Sahara umso erfolgreicher. Nie ließ uns der BJ75 im Stich (Federbrüche waren an der Tagesordnung, damit wurden wir schon spielend fertig). Nach fast 90.000 Sahara-Kilometern und 10 Jahren treuer Dienste wurde er schließlich verkauft, technisch und optisch in allerbestem Zustand. zum Seitenanfang
Im August 99 war es dann soweit: der neue LandCruiser HZJ75 stand vor der
Türe. Einfach phantastisch der gewaltige Saugdiesel, das Auto war noch
bequemer zu fahren dank der erstmals genossenen präzisen Servo-Lenkung.
Nur, es hatte den Anschein, als sei die Verarbeitungsqualität etwas
zurückgegangen. Mit Eifer ging es an den Um- und Ausbau des Fahrzeugs.
Wir wollten die Chance nutzen, es ganz unseren Reisebedürfnissen
entsprechend maßzuschneidern.
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So traumatisch das tragische Ereignis in Yirghis 2005 auch war, die darauf folgenden
Monate zu Hause waren ohne Toyota und die Möglichkeit, wieder im gewohnten
Stile zu verreisen, nicht leicht zu ertragen. Um unser Leben wieder in alte Bahnen zu
lenken, entschlossen wir uns erneut zum Kauf eines LandCruiser.
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Nach kurzer Suche im Internet erstanden wir ein
Fahrzeug, dessen Äusserem man die 64.000 km nicht ansah. Bei näherer
Betrachtung fielen allerdings sofort hässliche Roststellen an Achsen und am Unterboden auf.
Der Gestank im Fahrzeuginnern ließ darauf schließen, dass der Vorbesitzer
ein starker Zigarrenraucher gewesen sein mußte. Da die Probefahrt aber zu unserer
vollen Zufriedenheit verlief, war klar, dass der Wagen gekauft wurde. Diese Entscheidung
erwies sich als durchaus richtig, hatte sich der HZJ78 auf der ersten Reise bestens bewährt.
Doch dazu waren einige Modifikationen erforderlich.
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Ausbau wie bei meinen bisherigen 75ern, also mit seitlichen Längskisten in Alu. Hinter den Sitzen zwischen den Seitenkisten das Abteil mit dem 200 Liter Tank. Im Stauraum werden RUKO-Kisten in verschiedenen Größen optimal untergebracht. Ganz vorne, im Anschluß an das Tankabteil, ist Platz für vier Wasserkanister mit je 25 l Inhalt. Der Tank wird nach Umklappen der Sitzlehne von innen befüllt. Zwischen den Seitenkisten 4 leicht entnehmbare 19mm Siebdruckplatten (Liegefläche 2.0x1.4m). |
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